Totem aus Papier

Totem aus Papier
von Nicos Ligouris (Buch und Regie)

Synopsis
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„Totem aus Papier“ nannte der Vater des Ich-Erzählers die Bücher. Der im griechischen Bürgerkrieg (1946-49) wegen Fahnenflucht in Abwesenheit zum Tode Verurteilte konnte nur dank der Beschäftigung mit der Literatur und der Dichtung dreißig Jahre lang ein Leben in der Illegalität überstehen. Der in Berlin lebender Sohn erinnert sich während eines Besuchs der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel an das glücklos verlaufene Leben seines Vaters und an die schicksalhafte Rolle, die Bücher im Leben der Familie gespielt haben: Sie wurden nicht nur geliebt, sondern haben auch dem Familienleben in allen hellen und dunklen Momenten ihren Siegel aufgedrückt. Ihre letzte Rolle: eine Grabbeigabe an den Vater, den der Sohn schon zu Lebzeiten schmerzlich vermisst hat.
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"Totem aus Papier", zugleich Chronik, Tagebuch und Essay, möchte die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und autobiographischer Fiktion erforschen - und überwinden. Der Film ist ein mehrschichtiger "Bewusstseinsstrom": ein Eintauchen in ein dunkles Kapitel der Geschichte Griechenlands in der Nachkriegszeit, eine Wanderung durch eine berühmte Bibliothek, eine Liebeserklärung an einen Vater der untergegangen ist, und eine Hymne an die rettende Kraft der Bücher.