Looping

Looping
von Leonie Krippendorff

Deutschland 2016, 106 min, Farbe
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Buch und Regie: Leonie Krippendorff
Kamera: Jieun Yi
Schnitt: Jihyeon Park
Produktion: Alexander Säidow, Thorsten Lenz, Johannes Wöpkemeier
Musik: Tammy Ingram
Tongestaltung: Christoph Walter
Szenenbild: Sophia Kuhn
Kostümbild: Lena Nienaber
Maske: Anna Kunz
Casting: Bettina Kamps
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mit Jella Haase, Lana Cooper, Marie-Lou Sellem
und Markus Hering, Christian Kuchenbuch, Henning Peker, Luisa-Céline Gaffron, Maëlle Giovanetti, Swantje Wascher, Joachim Schönfeld, Gro Swantje Kohlhof, Peter Marty, Gabi Herz u. v. a.
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Produzent: Jost Hering (Jost Hering Filme)
Herstellungsleitung: Ursula Kalb-Krieg (Filmuniversität)
Redaktion: Jörg Schneider (ZDF)
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Eine Jost-Hering-Filme-Produktion
in Koproduktion mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
in Zusammenarbeit mit ZDF – Das kleine Fernsehspiel.
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Gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg
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Im Verleih der Edition Salzgeber

SYNOPSIS
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Leila ist 19 und ein Rummel-Kind. Doch zwischen Auto-Scooter und Zuckerwatte versteht das sensible Mädchen keiner. Nicht mal ihre beste Freundin Sarah, in die sie heimlich verliebt ist. Als eine chaotische Nacht in der Notaufnahme endet, lässt sich Leila freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Dort teilt sie sich das Zimmer mit der der schüchternen Frenja (35) und der geheimnisvollen Ann (52). Obwohl die Frauen so unterschiedlich sind – Frenja ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, Ann hat sich ihr Leben lang gegen feste Bindungen entschieden – kommen sich die Drei schnell immer näher. Sie begehren sich und verlieben sich ineinander. Nachts büchsen sie aus der Klinik aus, baden zusammen im Pool, ziehen feiernd durch Clubs. Leila fühlt sich auf einmal erkannt und aufgehoben. Doch traut sie sich auch ohne den Kokon dieser Liebe wieder in die Achterbahn der Außenwelt?

Die Berliner Regiedebütantin Leonie Krippendorff hat für ihr intimes Frauen-Porträt eine sinnliche Bildsprache gefunden, bei der die Kamera dicht auf den Körpern der Figuren bleibt und ihre Suche nach Halt und Nähe mit traumwandlerischer Poesie einfängt. In der Rolle der introvertierten Leila brilliert Nachwuchsdarstellerin Jella Haase, die seit Lollipop Monster (2011) auf widerspenstige Figuren spezialisiert ist und für ihre Auftritte als prollige Tussi Chantal in Fack ju Göhte (2013) und Fack ju Göhte 2 (2015) bei der Berlinale 2016 als Shootingstar ausgezeichnet werden wird.
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Das Mädchen aus einer anderen Welt
LEONIE KRIPPENDORFF ÜBER IHREN FILM

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Am Anfang der Stoffentwicklung zu Looping stand nur ein abstraktes Bild. Es begegnete mir an einem gleißend hellen und bitterkalten Morgen, als ich nach einer durchfeierten Nacht auf dem Weg nach Hause durch einen menschenleeren Park lief.
Dort saß sie. Aus der Ferne war das Mädchen kaum zu erkennen, denn ihre Kleidung fügte sich farblich perfekt in die Umgebung ein. Sie saß auf dem kalten Boden und streckte den Kopf in die Richtung, aus der die Sonne eigentlich scheinen sollte. Für mich und meinen berauschten Kopf war das Mädchen wie aus einer anderen Welt gefallen und strahlte nur so vor Schönheit und Ruhe. Sie könnte schon tot sein oder gerade erst geboren, es hätte keinen Unterschied gemacht. Am liebsten hätte ich mich einfach neben sie gelegt.
Zu Hause ging ich sofort schlafen, und als ich wieder aufwachte, war es schon dunkel draußen. Ich fand einen Zettel neben meinem Bett. Mit ein paar Worten hatte ich noch vor dem Schlafengehen das Mädchen im Park beschrieben, denn im Gegensatz zu dem Rest der Nacht wollte ich sie nicht vergessen.
Später traf ich meine Freunde wieder in irgendeiner Bar. Wir alle waren müde und erschöpft von der vorherigen Nacht. Gespräche fielen schwer, aber niemand wollte nach Hause gehen. Ich erzählte von dem Mädchen und ging davon aus, in meiner Faszination für sie und mit meinem Wunsch einfach neben ihr zu liegen nicht verstanden zu werden. Zu abstrakt und subjektiv war das Bild.
Doch ich wurde sehr gut verstanden. Denn uns alle umgibt diese Einsamkeit. Eine moderne, nicht romantisierte Einsamkeit, begründet in unseren Biografien, in falschen oder nicht getroffenen Entscheidungen.
Das Mädchen im Park, das keine Verortung in Zeit und Raum zu haben schien, weckte eine Sehnsucht in uns: Die Sehnsucht nach Begegnungen an einem Ort, welcher von der Außenwelt nicht berührt werden kann.
Die drei Hauptfiguren in Looping begegnen sich an so einem Ort. Es ist eine psychiatrische Klinik irgendwo am Meer, doch der Ort als solcher wird nur dadurch charakterisiert, dass er den sonstigen, normalen Alltag der Figuren von ihnen fernhält.
Looping ist ein Märchen, das sich an der Realität abarbeitet und unsere Gewissheiten in Frage stellt. Es erzählt die Geschichte von drei Frauen in unterschiedlichen Lebensabschnitten. Alle drei sind durch gewaltsame und schmerzvolle Umstände aus ihrem Alltag gepoltert und in die Einsamkeit gefallen. An einem utopischen Ort verbünden sie sich und starten einen Angriff aus der inneren Welt ihrer Bedürfnisse auf die äußere Welt der Zwänge.
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PRODUCERS STATEMENT
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Durch die jahrelange Zusammenarbeit mit der Redaktion des ZDF Kleinen Fernsehspiels und der Tatsache, dass meine Firma eine der ersten war, die das Modell der Coproduktion mit Hochschulen Anfang der 90er Jahre mit erkoren hat, hat sich über die Jahre eine vertrauensvolle und erfolgreiche Produktionstätigkeit zwischen den Partnern der Förderungen, der Sender, Hochschulen und meiner Funktion als Produzent entwickelt. Dies war wohl der Anlass, dass Claudia Tronnier und Jörg Schneider als Redakteure des Kleinen Fernsehspiels mich ansprachen, ob ich Interesse an dem vorliegenden Abschlussfilm hätte.
So kamen wir mit der Abschlussstudentin Leonie von Krippendorff in Kontakt - und haben nunmehr nach vielen Treffen dieses ambitionierte Abschlussprojekt soweit vorangetrieben, dass wir es Ihnen vorlegen können. Schon die bisherigen Kurzfilme von Leonie zeigen mir ihr ausgesprochenes Talent für einerseits sehr starke, überhöhte Momente, andererseits die Stärke für die realistische, einfühlsame Inszenierung.
So ist es auch in Jade ihre Stärke, ein Drama zu entwerfen, das einen rein realistischen Grundplot mit Strukturen eines Märchens verwebt. So verschieden die 3 Hauptfiguren Leila, Frenja und Ann sind, erst ihr Aufeinandertreffen und ihre erotischen Begegnungen bringen sie Stück für Stück weiter in ihrem Ziel. Der Hauptdrehort wird eine psychatrische Klinik sein und der therapeutische Alltag nimmt eine große Stellung ein - und doch schafft es Leonie, nicht das uns angeblich bekannte Alltagsleben einer Klinik zu erzählen. Nicht einmal gibt es die üblichen Situationen „Arzt-Patient-Therapiestunde“.
Die Stärke liegt an einer anderen Stelle, nämlich in der Liebe und Intimität der drei Frauen. In einer oft sehr direkten Weise erzählt Leonie von dieser Sehn- sucht, diesem Zweifeln und der Art der Selbstzerstörung. Ich glaube fest an das Potential der jungen Regisseurin Leonie Krippendorff, Ihrer erzählerischen Kraft und Aussage - und es gelingt ihr mit diesem Buch die- se Situation als psychologische Grundlage für einen bewegenden, stark berührenden und mitreißenden Film zu verankern.
Zum Teil auch grausam, präzise in den Gefühlen und in der faktischen Darstellung zu sein, ist die Doppelstrategie des Films. Eine Tour de Force. Ja, es geht um Gefühle - um die großen Gefühle. Ja, es geht um Tränen und zwar um die bitteren - ohne Süsse und Gelee.
Und es geht um die Wut auf das, was das Leben verletzt.
(Jost Hering)
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Die Regisseurin
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Leonie Krippendorff wurde 1985 in West-Berlin geboren. Nach dem Realschul-Abschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Fotografin. Im Jahr 2009 begann sie ein Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (ehemals HFF). Seit September 2015 ist die Meisterschülerin bei Prof. Andreas Kleinert. Looping ist ihr Diplom- und erster Langspielfilm. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Spielfilm Elefantenkinder.
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    Filmografie
  • 2010 Heimat - Kurz-Dokumentarfilm, 17 min., HFF
  • 2010 Kopfsprung - Kurz-Dokumentarfilm, 12 min., HFF/RBB
  • 2012 Streuner - Kurzfilm, 15 min., HFF - Preis für den besten Kurzfilm, Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern
  • 2013 Teer - Kurzfilm, 30 min., HFF/RBB
  • 2016 Looping - Spielfilm, 100 min., Jost Hering Filme/Filmuniversität Babelsberg/ZDF
  • 2016 Elefantenkinder - Spielfilm, work in progress, Jost Hering Filme

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Die Darstellerinnen
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Die Berlinerin Jella Haase, Jahrgang 1992, spielt schon seit ihrer frühen Kindheit Theater. Mit 17 hatte sie ihre erste Hauptrolle in dem Fernsehfilm Mama kommt!. Nach weiteren TV-Auftritten – u.a. in zwei Folgen des Polizeiruf 110 – machte sie 2011 auch im Kino auf sich aufmerksam: Für ihren Auftritt in Ziska Riemanns Lollipop Monster du David Wnendts Kriegerin erhielt sie den Bayrischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Für ihre Rolle als minderjährige Prosituierte in dem Bremer Tatort Puppenspieler wurde sie zwei Jahre später mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis geehrt. Dem breiten Kinopublikum ist Haase aus den Schulkomödien-Hits Fack ju Göhte und Fack ju Göhte 2 bekannt. Auf der diesjährigen Berlinale wird sie dafür mit dem Preis „Europäischer Shootingstar 2016“ geehrt.
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    Filmografie (Auswahl):
  • 2011 Lollipop Monster
  • 2011 Kriegerin
  • 2011 Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe
  • 2012 Ruhm
  • 2013 Puppe
  • 2013 Tatort: Puppenspieler
  • 2013 Fack ju Göhte
  • 2015 Fack ju Göhte 2
  • 2015 4 Könige
  • 2015 Heidi

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Lana Cooper wurde 1981 in Hamburg geboren, wo sie von 2002 bis 2004 als Mitglied des Jugendtheaterclubs „Backstage“ am Deutschen Schauspielhaus erste Bühnenerfahrung sammeln konnte und im Anschluss am Schauspiel-Studio Frese ein Studium absolvierte. Ihr Kinodebüt hatte Cooper im Jahr 2008 in der gefeierten Verfilmung von Heinz Strunz’ Bestseller Fleisch ist mein Gemüse. Ihre erste Hauptrolle spielte sie in R. P. Kahls Bedways (2010). Den endgültigen Kino-Durchbruch schaffte sie mit Jakob Lass‘ Liebeskomödie Love Steaks (2013). Für ihre Rolle als liebestolle Küchenangestellte erhielt Cooper beim Filmfest München den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel.
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    Filmografie (Auswahl):
  • 2008 Fleisch ist mein Gemüse
  • 2010 Bedways
  • 2013 Love Steaks
  • 2013 Geld her oder Autsch′n!
  • 2014 Dieses Sommergefühl
  • 2014 Wir sind die Flut
  • 2014 Schmitke
  • 2015 Kaltfront (TV)
  • 2015 Mordkommission Berlin 1 (TV)

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Die 1966 in Göttingen geborene und im französischen Rennes aufgewachsene Schauspielerin Marie-Lou Sellem gilt als eine der wandlungsfähigsten Darstellerinnen ihrer Generation. Nach einem Schauspielstudium an der renommierten Essener Folkwang-Hochschule erhielt sie an der Philharmonie Essen ihr erstes Theaterengagement. Einem breiten Publikum wurde sie mit Tom Tykwers Winterschläfer (1997) bekannt. Im Jahr 2002 war sie beim Deutschen Filmpreis für ihre Leistung in gleich drei Filmen nominiert: Mein Bruder, der Vampir, Nichts bereuen und Hilfe, ich bin ein Junge. Im deutschen Fernsehen tritt sie immer wieder in Krimi-Formaten in Erscheinung (u.a. Tatort, Der Kriminalist, Ein Fall für zwei). Im Kino sorgte sie zuletzt in Caroline Links Exit Marrakech (2013) für Aufsehen.
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    Filmografie (Auswahl):
  • 1997 Winterschläfer
  • 2001 Mein Bruder, der Vampir
  • 2001 Nichts bereuen
  • 2002 Hilfe, ich bin ein Junge
  • 2003 Sommernachtstod (TV)
  • 2006 Hunde haben kurze Beine
  • 2007 Früher oder später
  • 2009 Die Liebe der Kinder
  • 2010 Wolfsfährte (TV)
  • 2012 Blutadler (TV)
  • 2012 Tatort: Borowski und der freie Fall (TV)
  • 2013 Exit Marrakech